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SPALTANLAGE- Anlagenbeschreibung
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1.0 Einsatzbereiche

Die Anlage dient der Behandlung von nicht mehr benötigten und
nicht mehr verwendbaren Dispersionsfarben und -klebern zwecks
Reduzierung der Abfallmengen. Neben der Bearbeitung von Farben
und Klebern eignet sich die Anlage ebenfalls zur Behandlung von
Emulsionen und anderen in Wasser gelösten Stoffen.

Die Anlage spaltet die zu entsorgenden Produkte in einem Fällungs-
prozess und anschließender Filterung in die Bestandteile Wasser und
Reststoffe. Die Qualität des Abwassers wird während des Prozesses
laufend kontrolliert und dokumentiert, und eignet sich nach
entsprechender Genehmigung zur Einleitung in das öffentliche
Abwassernetz.

Die Reststoffe sind von körniger, feuchter Konsistenz und können in
üblicher Weise durch Verbrennung oder Deponierung in den dafür
vorgesehenen Anlagen beseitigt werden. Die Mengenreduzierung der
auf diese Weise behandelten und zu entsorgenden Stoffe liegt bei
Dispersionsfarben und -klebern bei über 90%.

2.0 Aufbau

Ein Reaktionsbehälter und ein Filtergerät sowie Meßtechnik und
elektrische Betriebsmittel bilden die Hauptbestandteile der Anlage.
Die Einzelkomponenten können beliebig angeordnet werden, um den
räumlichen Verhältnissen des Betreibers gerecht zu werden.
Es steht jedoch auch eine Ausführung als Kompaktanlage zur Verfügung
welche betriebsfertig in einem Stück geliefert wird.

Alle Anlagenteile werden drucklos betrieben. Das Filtergerät arbeitet mit
einem Endlos- Filtergewebe, es wird also kein sich verbrauchendes
Filtermaterial benötigt. Metallische Anlagenkomponenten sind aus
Edelstahl gefertigt, für die Verrohrung werden PVC-Rohre PN16 mit
verklebten Muffenverbindungen benutzt. Zwei Membranpumpen mit
pneumatischem Antrieb übernehmen die Förderung innerhalb
der Anlage. Verschmutzungssichere pneumatische Quetschventile
dienen der gesteuerten Absperrung von Leitungen innerhalb der Anlage.
Handventile sind als PVC-Kugelhähne ausgeführt.
Zu Reinigungszwecken ist in den stark verschmutzenden Anlagenteilen
ein Wasserspülsystem installiert. Äußere Verschmutzungen können
mit einem Hochdruckreiniger beseitigt werden. Die Anlage arbeitet
automatisch und ist im wesentlichen wartungsfrei.

Die Meßtechnikkomponenten sind als Feldgeräte ausgeführt und lassen
eine Beobachtung des Prozesses auch innerhalb der Anlage zu.
An den Hauptanlagenkomponenten befinden sich Hand-Befehlsstationen
von denen der Spaltprozess gestartet und gestoppt werden kann und
alle Einzelkomponenten von Hand geschaltet werden können.
Hier sind ebenfalls Not-Aus-Taster eingebaut, um die Abschaltung
im Falle einer Havarie sicherzustellen.
Alle elektrischen Feldkomponenten sind in IP65 ausgeführt,
um einen 100%-igen Wasserschutz zu gewährleisten.

Ein Steuer- und Kontrollsystem, ausgerüstet mit Siemens S7,
Bedienterminal und Drucker übernimmt alle Steuer-, Alarmierungs- und
Protokollierungsfunktionen. Das Bedienterminal ermöglicht die Eingabe
und Abspeicherung von Rezepten, die Beobachtung des Prozesses und
die Darstellung der Protokollierung, welche am Ende einer jeden Fällung
automatisch ausgedruckt wird. Das Steuersystem ist außerhalb der
Anlage installiert, um vor Verschmutzungen und Feuchtigkeitseinflüssen
bei Reinigungsvorgängen geschützt zu sein.


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SPALTANLAGE - Anlagenbeschreibung
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3.0 Prozessbeschreibung [Bezeichner aus Anlagenschema]

3.1 Reaktionsbehälter füllen:

Über die Füllpumpe [P 121] und das Einfüllventil [EV 122] wird der
Reaktionsbehälter mit dem zu behandelnden Stoff [Produkt] gefüllt.
Die eingefüllte Menge, vorgegeben in Liter, wird über das zu
bearbeitende Rezept festgelegt. Nach dem Füllvorgang wird das
Ventil [EV 122] wieder geschlossen um zu verhindern, daß während
des Prozesses weiteres Produkt nachfließt. Der gesamte Füllvorgang
wird über die berührungslos arbeitende Niveausonde [LISAHL 114]
überwacht und bei Niveauüberschreitung automatisch gestoppt.

3. 2 Reaktion und Fällung:

Mit der Dosierpumpe wird aus einem Vorratsbehälter Natronlauge in
den Reaktionsbehälter gegeben. Im Rezept wird festgelegt bis zu
welchen pH-Wert, gemessen und angezeigt mit [QISAHL 115],
der zu behandelnde Stoff abgesenkt werden soll.
Während der Zudosierung wird laufend mit dem Rührer [-111M1]
die Menge durchgemischt. Nach Erreichen des gewünscheten
pH-Wertes wird ein Signal gegeben, um das Fällungsmittel in
Pulverform zuzugeben.
Nach dieser Zugabe reagiert unter ständigem Rühren der zu
behandelnde Stoff, die im Wasser gelösten Teile binden sich und
flocken aus. Alle Vorgänge werden zeitlich überwacht, bei Überschreiten
der im Rezept festgelegten Zeiten oder Nichterreichen der festgelegten
Werte wird der Prozess automatisch angehalten und eine qualifizierte
Störmeldung wird generiert.

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SPALTANLAGE - Anlagenbeschreibung
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3. 3 Filterung:

Nach abgeschlossener Reaktion wird das Wasser mit den ausgeflockten
Restbestandteilen über die Pumpe [P 123] dem Filter intermettierend
zugeführt. Der Filtriervorgang ist in allen Punkten über das Rezept
parametrierbar. Veränderbare Größen sind beispielsweise Abtropfzeit,
Filtervorschub, Pausenzeit, Nachförderung und Reinigungszeiten.
So kann die Arbeitsweise des Filters optimal dem auszufilternden
Reststoffen angepaßt werden. Während des Vorschubs des Filters
wird über die Spülpumpe [P 213] und Ventil [EV 132] das Filtergewebe
gereinigt. Das hierzu verwendete Wasser stammt aus dem Auslauf des
Filters und muß nicht zusätzlich in die Anlage eingebracht werden.
Wasser welches nicht für die Reinigung verwendet wird,
wird als Abwasser abgeführt. Das Abwasser aus dem Filter wird ständig
mit der pH-Messung [QISAHL 216] überprüft, damit sichergestellt ist,
daß nur Abwasser mit dem vorgeschriebenen pH-Wert ausgeschleust
wird. Bei über- oder unterschreiten von im Rezept festgelegten Werten
schließt Ventil [EV 1241] automatisch und der Filtriervorgang wird mit
entsprechender Meldung unterbrochen.

Nach vollständiger Entleerung des Reaktionsbehälters in das Filter
wird, je nach Vorwahl, eine weitere Charge in den Reaktionsbehälter
gefüllt, um eine erneute Fällung einzuleiten, oder die Anlage wird
automatisch einer Endreinigung unterzogen, um nach Beendigung der
Reinigung abzuschalten.


3.5 Protokollierung:

Während des Ausfällvorgangs und der Filterung werden alle Daten
und Meßwerte abgespeichert und am Ende eines jeden Durchlaufs
ausgedruckt. Folgende Daten werden protokolliert:

Datum, Beginn und Ende der Fällung,
Durchlaufzeit Chargenmenge in Liter,
bearbeitet mit Rezept-Nummer x ph-Wert der Charge bei Beginn
und nach der Fällung bei Zuführung zum Filter Menge
des zugeführten Fällungsmittels
Abwasserwerte wie pH-Wert min, pH-Wert max und
pH-Wert Durchschnitt

Die lückenlose Protokollierung des Gesamtvorgangs gewährleistet
die Erfüllung der Auflagen, welche die Behörden den Betreibern
dieser Anlagen auferlegen.

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SPALTANLAGE - Anlagenbeschreibung
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Technische Daten

Zur Zeit sind mehrere Anlagen in Betrieb. Die hier aufgeführten
technischen Daten beziehen sich auf die bereits installierten Anlagen.
Kleinere Anlagenkonzeptionen sind zwar technisch möglich,
kommerziell aber nicht sinnvoll. Anlagen mit größerem Durchsatz
lassen sich auf unterschiedliche Weise realisieren und werden
speziell auf die Anforderungen hin konstruiert.

Fassungsvermögen Reaktionsbehälter: 1.000 Liter
Bearbeitungszeit im Behälter inkl. Einfüllung: 25-30 Minuten
Filtrierzeit: 45-60 Minuten
Gesamtbearbeitungszeit für 1000 ltr.: max. 1,5 Stunden
Abwasserqualität: pH 6,5 ... 7,5
Menge Reststoffe (1000 ltr. Charge Dispersionskleber): ca. 100 kg
inkl. Restfeuchtigkeit
Elektrische Anschlußleistung: ca. 4,0 kW
Einzelverbraucher, elektrisch: Rührer 1,1 kW, 100% ED
Spülpumpe 2,2 kW, 10% ED
Druckluftverbrauch (6 bar) je Fällung: ca. 2 m3

Kosten:
Anlagenpreis: unter 100.000,- €
Bearbeitungskosten je Fällung von 1.000 Ltr.: ca. € 25,-
(bei einem Abschreibungszeitraum von 5 Jahren, 1-schichtiger Betrieb,
Hilfsstoffe
10,-/ Fällung, el. Energiekosten 0,25 / kWh, Luftkosten 0,50  / m3)


BERGHAUS GmbH


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